Kooperationen – Die nächste Digitalisierungsstufe für den Mittelstand

„Wer nicht kooperiert, stirbt“, kommentierte Nadine Kammerlander, Professorin für Familienunternehmen das Ergebnis der aktuellen Studie der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung in Vallendar. Um langfristig am Markt bestehen zu können, bräuchten viele deutsche Unternehmen spürbare Innovationen. Befragt wurden 800 Familienunternehmen kurz vor der Corona Krise.

Viele deutsche Mittelständler sind höchst innovativ. Oftmals fehlt jedoch der richtige Ansatz, die richtige Strategie, die nötigen Ressourcen oder das nötige Know-How diese Neuerungen auch umzusetzen und auf den Markt zu bringen.

Gleichzeitig stellen Experten fest, dass insbesondere in mittelständischen Familienunternehmen die Vorbehalte gegenüber Technologien und Digitalisierung sehr stark sind.

Ein spannender Versuch hier Abhilfe zu schaffen ist der Berliner “Maschinenraum”. Auf einer Fläche von 4.500 Quadratmeter können sich Mittelständler austauschen, vernetzten und kooperieren. Ziel ist es Ideen auszutauschen, von anderen zu lernen und die Digitalisierung des eigenen Geschäftsmodells ernsthaft voranzutreiben.

Ein wichtiger Bestandteil hierbei sind Start-ups, die entsprechend frische Gedanken einbringen und mit ihrer oftmals schlanken Herangehensweise die Marktreife von Innovationen beschleunigen können.

Link zur WHU Studie:
Innovation in Familienunternehmen

Weitere Informationen:
 Digitalisierung klappt nur durch Kooperation

 

 

Rückkehr zur Normalität oder Neuaufstellung für die Zukunft?

Die Geschäftswelt hat in den letzten Monaten tiefgreifend Veränderungen erlebt. Unternehmen und Arbeitnehmer mussten sich von heute auf morgen umstellen und versuchen mit den Einschränkungen im Zuge von Corona umzugehen. Plötzlich war “Home-Office” auch für die konservativsten Unternehmen angesagt, da es die einzige Möglichkeit war, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Das bundesweite bzw. weltweite Lock-Down war eine nie dagewesene Situation. Digitale Technologien mussten dringend her, um Videoconferencing und remote-Arbeit zu ermöglichen.  Die Technik und Software hierbei ist alles andere als neu. Viele Unternehmen sträubten sich aber bis vor kurzem gegen die flächendeckende Nutzung.

Neu ist jedoch die nun einsetzende Bereitschaft und Akzeptanz, allen Mitarbeitern (wo möglich), remote und digitalen Zugriff zu ermöglichen. Während dies für das eine Unternehmen schon lange eine Selbstverständlichkeit ist, kämpfen andere Unternehmen mit interner Politik, langwierigen Betriebsvereinbarungen und mangelndem Commitment des Managements. Die große Angst der Firmenbosse und Chefs ist der vermeintliche Kontrollverlust und schlechtere Kommunikation. Dass beides in Zeiten der Corona Krise neu gestaltet werden muss, ist klar. Doch gleichzeitig darf nicht wegdiskutiert werden, dass ein Mitarbeiter seine Zeit im Home-Office in den meisten Fällen effizienter und effektiver gestaltet als dies der Fall im Büro ist. Eine Studie von Bain zeigt, dass 61% der von Bain Befragten Unternehmen zur Zeit nicht kritische Meetings reduzieren und 54% versuchen geringwertige Aktivitäten komplett zu eliminieren.

Weiter zeigt die Studie, dass mehr als 70% der B2B Einkäufer und eine wachsende Zahl an Verkäufern, virtuelle Verkaufsgespräche genauso effektiv einschätzt wie klassische Telefonate. 84% aller Unternehmen beschleunigen ihre Automatisierungs-Prozesse als Antwort auf Corona. Führende Branchen sind dabei Finanzdienstleister und Retailer.

“Long-term success will depend not on automating a list of tasks, but on redesigning the work and processes with an eye toward automation and digitalization where they will provide the greatest value”, so Bain. Automatisieren mit Verstand ohne Arbeitsprozesse und Strukturen zu vernachlässigen.

Weitere Informationen:
Bain Studie: The “New Normal” is a Myth

 

Digitale Verkaufsprozesse im B2B-Segment

Social Selling wird für Unternehmen im Vertrieb immer wichtiger. Rund die Hälfte der Verkaufsabschlüsse gehen laut einer Studie von Roland Berger und Google auf das Konto von Digital Natives. Digitale Verkaufsprozesse werden zu einer zentralen Säule.

Die Digitalisierung verändert das B2B-Geschäft somit rasant. Der Vertrieb wandelt sich jedoch kaum. Geht es konkret um die Strategie bei der Digitalisierung des Vertriebs, haben nur rund 40% der Vertriebe in Deutschland eine Strategie.

Grundsätzlich bedarf es in der Zukunft mehr Agilität, Effizienz und Vernetzung im Vertrieb. Vertriebskanäle über Marktplätze und Plattformen werden immer wichtiger.

Ein paar Fakten:

  • 60% der von Roland Berger befragten Vertriebsverantwortlichen glauben, dass die Digitalisierung der Sales-Organisation ausschlaggebend für den Erfolg ihres Geschäfts sein wird
  • 57% des Einkaufsprozesses im B2B-Geschäft sind bereits gelaufen, wenn die Entscheider erstmals einen Vertriebsmitarbeiter kontaktieren
  • 33% der B2B-Anbieter bieten ihren Kunden nicht die Möglichkeit, online etwas zu bestellen.

Mehr Informationen:
Roland Berger: Studie zum Digitalen Vertrieb
SpringerProfessional – Vertriebsstrategie

 

 

 

Welche Spitzentechnologien haben zukünftig den größten Einfluss?

Das Unternehmen etventure hat 2019 bereits zum 4. Mal ihre Studie zur Digitalen Transformation in Deutschland durchgeführt. Die repräsentative Befragung unter rund 2.000 deutschen Großunternehmen mit einem Mindestumsatz von jährlich 250 Mio. Euro erfolgte wieder durch die GfK.

Welche Spitzentechnologien haben zukünftig den größten Einfluss? 72% der Unternehmen nennen nach wie vor Big Data. Wieder an zweiter Stelle sehen 62 Prozent die Plattformökonomie, dicht gefolgt von künstlicher Intelligenz mit 57 Prozent.  Spitzenpositionen nimmt Deutschland allerdings woanders ein:  So sind Robotik für 47% der Befragten und flexible Produktion für 41% die Hoffnungsbringer in der Zukunft.

Fast alle Unternehmen sind sich der Notwendigkeit zum digitalen Wandel bewusst. Allerdings glaub knapp jedes zweite Unternehmen (46%), das Umsatz-Niveau von heute auch ohne jegliche Digitalisierungsmaßnahmen in den nächsten drei Jahren halten zu können. Dies hält Gisbert Rühl , CEO bei Klöckner & Co, im Interview mit etventure für sehr optimistisch. Werden doch digitale Plattformen zukünftig dominieren – nicht nur im B2C-Bereich, sondern auch im B2B-Bereich.

Die Top 3 Hemmnisse bei der digitalen Transformation benennen die Befragten wie folgt: 76% Mangel an qualifizierten Mitarbeitern, 50% fehlende Zeit, 45% fehlende Erfahrung bei nutzerzentriertem Vorgehen.

 

Einfach drauf los: Mit Experimenten vielversprechende digitale Prozesse ausprobieren

Die Unternehmenswelt funktioniert nach (hoffentlich) fest formulierten Regeln für das tägliche Arbeiten. Von A wie Arbeitszeit bis Z wie Zentrales Marketing mit Vorgaben rund um Corporate Design. Und das ist gut so. Ohne Regeln ist die Gefahr von Wildwuchs in jeglichen Vorgängen groß. Die Kontroll-Funktion dieser Regeln auf der einen Seite führt jedoch leider häufig zu starren und mitunter schlichtweg verbotenen Digitalisierungsideen auf der anderen Seite. Die Arbeit der „Digitalisierer“ in KMUs und Konzernen ist also neben der eigentlichen Umsetzung der Idee nur allzu oft auch mit mühsamen Änderungen der Prozesse und Aufnahme ins Regelbuch beschäftigt. Häufig ist man jedoch noch nicht mal von dem Erfolg der Digitalisierungsmaßnahmen überzeugt. Das große Rad will gedreht werden.

Ist es da nicht naheliegend, eine unabhängige Möglichkeit zu schaffen, mit der man experimentell Digitalisierungsprozesse für Vertrieb, Marketing und Einkauf ausprobiert, bevor man sie in die eigene Unternehmenswelt einführt?

Mit der geschaffenen Plattform Interra Circle wollen wir genau dieses erreichen: Welche Reichweite habe ich mit privaten Posts auf Social Media Kanälen gegenüber dem Firmenaccount? Funktioniert mein Story Telling Ansatz? Welche Tracking Tools für meine Kampagnen sind am Nützlichsten? Erreiche ich meine gewünschte Zielgruppe?

Hierbei geht es keinesfalls um „Regelbruch“ oder das Ausbrechen aus dem Schutz des Unternehmensumfelds. Es sollen lediglich die brauchbarsten Prozesse und entsprechenden Tools gefunden, getestet und für empfehlenswert eingestuft werden, bevor diese in den Unternehmensalltag eingepflegt werden.

Wir freuen uns in dem Zuge über jeglichen Austausch und alle Erfahrungswerte rund um die Digitalisierung von Management-Prozessen und hoffen auf regen Kontakt.

Die Bedeutung der operativen Digitalisierung in kaufmännischen Geschäftsprozessen

Die Frankfurter Beratung GHK Management Consulting hat 2019 in Kooperation mit dem BVMW (Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschland e.V.) eine Studie zum Digitalisierungsgrad des deutschen Mittelstandes verfasst. Die Untersuchung hat nach wie vor große Relevanz. In Summe zeigt sich eine deutliche Abweichung zwischen der angegebenen Wichtigkeit verschiedener digitaler Technologien und dem praktischem Durchführungsgrad der Unternehmen.

So beschäftigen sich Unternehmen oft mit Themen wie Big Data, KI oder modernen Produktionssystemen, bei der operativen Digitalisierung der Geschäftsprozesse hängen aber die meisten Unternehmen deutlich zurück.

Beispiel: kaufmännische Unternehmensprozesse sind zu 64% in Papierform dokumentiert. Lediglich 29% liegen in vollkommen digitalisierter Form vor (DMS).*

51% der Befragten geben „neue IT-Anwendungen“ und 41% „Digitalisierung des Kontaktes zu Kunden und Zulieferern“ als durchgeführte Digitalisierungsprojekte an.

Als am wichtigsten werden Schnittstellen zwischen FI/CO und anderen Unternehmensbereichen gesehen. Gleiches gilt für Schnittstellen zw. Vertrieb und Marketing, Einkauf und Vertrieb, Personal und Kundenservice. In der Praxis handelt es sich bei den meisten Unternehmen hier jedoch um händische Schnittstellen.

Bzgl. des Nutzungsgrades von IT-Systemen im FI/CO Bereich kommt die GHK zu folgendem Schluss: 38% nutzen ein selbst entwickeltes IT-System, 58% ein Standard- und nur 20% ein integriertes, bereichsübergreifendes System.

Hinsichtlich der Hürden für den Einsatz digitaler Technologien zeichnet sich ein bekanntes Bild ab. 57% nennen Datenschutz/-sicherheit, 45% hohe Kosten, Investitionen und Betrieb, 43% Umstellung/Anpassung bestehender IT-Systeme und 33% mangelnde IT Kompetenz als Hemmnisse.

„Bis zur Realisierung eines für die Zukunft ausreichenden Digitalisierungsgrades und damit der Fähigkeit an einer digitalen Geschäftswelt umfassend teilzunehmen sowie wettbewerbsfähig zu bleiben, ist – in Form von Konzeptions- und Umsetzungsarbeiten – noch ein durchaus weiter Weg zu gehen…Es gilt zu erkennen, dass die grundlegende Systeminfrastruktur in den einzelnen Unternehmensbereichen fehlt, um an der Digitalisierungswelt teilzunehmen.“ Einerseits mangelt es an digitalisierten Daten und ERP-Systemen. Andererseits wird oft die Notwendigkeit für Prozessanalysen und optimierte Prozesse und Workflows als Basis nicht erkannt.

Kostenloser Download der Studie:
https://www.ghk-management.com

*Bei Produktionsprozessen liegt dieser Wert bei 50%

RPA übernimmt schon heute in vielen Unternehmen Routineaufgaben

RPA – das nächste große Ding?

RPA, Robotic Process Automation, drängt mit aller Macht in unseren Berufsalltag. Nach Schätzungen von Gartner werden bis Ende 2022 mindestens 85 Prozent der großen und sehr großen Unternehmen Software-Roboter im Betrieb haben. Auch Deloitte sieht Robotertechnik als die nächste Stufe der digitalen Transformation.

Kurzgefasst geht es darum, Routineaufgaben in Unternehmen mit Software-gestützter Technik durchzuführen. Schon heute kann RPA bis zu 25-40 Prozent aller weitgehend standardisierten Backoffice-Aufgaben automatisieren. In wenigen Jahren, so die Prognosen, werden Software-Roboter nahezu sämtliche Routineaufgaben im Büro übernehmen.
Typische Anwendungsszenarien sind z.B. Bearbeitung von Bestellungen und Kundenanfragen, Realisierung von Datenübertragungen, Abrechnungen und Änderungen der Stammdaten in der Lohnbuchhaltung, Formulareingaben, Kundendatenpflege, Statusmeldungen und Versandbenachrichtigungen, Beschwerdemanagement oder Antragsbearbeitung und vieles mehr.

Unternehmen können so Ihre Geschäftsprozesse 5 bis 10 mal schneller durchführen. Dabei gilt. je standardisierter und größer das Volumen der Geschäftsprozesse, desto größer auch die Effizienzvorteile.

Mehr Informationen:
https://www2.deloitte.com/de

Mittelstand: Innovatorenquote sinkt auf 19%

Seit 15 Jahren erfasst die KfW in einer repräsentativen Studie mit über 700.000 Unternehmen die Innovationsaktivitäten des Mittelstands. Zum Vorjahr ist 2019 die Innovatorenquote deutscher Mittelständler erneut um 4% auf 19% gesunken. Die Innovatorenquote misst den Anteil jener Unternehmen, die in den  zurückliegenden drei Jahren mindestens eine Innovation hervorgebracht hat. Die Summe der Innovations- und FuE Ausgaben steigt zwar auf 34,4 bzw. 18,4 Mrd. EUR. Die Aktivitäten konzentrieren sich jedoch verstärkt auf weniger Unternehmen.

Als Grund für den schon seit mehreren Jahren anhaltenden Rückgang der Quote sieht die KfW bei der Eintrübung der Konjunktur und bei der Konzentration der Mittelständler auf die Durchführung von Digitalisierungsmaßnahmen. Im Vergleich zur Innovatorenquote ist der Anteil an abgeschlossenen Digitalisierungsvorhaben nämlich von 2014/2016 auf 2015/2017 von 26 auf 30% gestiegen.

Experten bemängeln unterdessen, dass genau diese Digitalisierungsbemühungen in der Studie keine Berücksichtigung finden. Ausgerechnet diese Aktivitäten führen nämlich zu mehr Innovation in den Unternehmen.

Mehr Informationen:
https://www.welt.de

Wo steht Deutschland mit der Digitalisierung?

Für Deutschland als Industriestandort führt kein Weg an der digitalen Transformation vorbei. Doch gefühlt spricht man hierzulande mehr über die Probleme und Hürden als über die bisherigen Erfolge. Langsames Internet und schwache Handynetze, langwierige Behördengänge und analoge Prozesse, überforderte Unternehmen ohne klare Digitalstrategie und bundesweiter Fachkräftemangel sind nur ein Teil der beherrschenden Themen. In der Tat herrschen viele gegensätzliche Meinungen und Forschungen vor, die Deutschland im internationalen Vergleich im Mittelfeld sehen.

Eine weitaus positivere Untersuchung stellt nun die Cisco Studie „Digital Readiness Index“ zur Verfügung. Darin wird Deutschland auf Platz 6 von 118 untersuchten Nationen gesehen.

Positiv werden insbesondere die breit aufgestellte Infrastruktur, wettbewerbsfähige Unternehmen und sehr gut ausgebildete, leistungsfähige Fachkräfte gesehen. Ein gutes Hochschul-Umfeld und eine enge Verzahnung mit Unternehmen bieten darüber hinaus hervorragende Innovationspotenziale. Zudem gilt der deutsche Mittelstand seit langem als sehr anpassungsfähig, teils hochtechnisiert und global aufgestellt.

Allerdings hinken ausgerechnet mittelständische Unternehmen noch oft bei digitalen Zukunftstechnologien zurück. Es fehlt an personellen Ressourcen und Digitalkompetenz, sowie Investitionen und klaren Geschäftsmodellen. Viel Potenzial schreibt man Deutschland bei den Themen Industrie 4.0 und KI zu. Hierfür ist der Ausbau von Highspeed Internet und 5G zwingend erforderlich.

Die Arbeitswelt von morgen

Digitale Technologien verändern Staaten, Städte, Unternehmen und beschleunigen unsere komplette Arbeitswelt. Dabei ist es essentiell, den Mitarbeiter bei diesem Prozess gezielt mitzunehmen und zu begleiten (>Bestandteile eines digital Workplace Projekts).

Stefica Divkovic, verantwortlich bei Verizon u.a. für strategische Konnektivität und IoT, fasst hierzu wie folgt zusammen: “Der Workspace von Morgen wird dynamisch, agil und interessant sein. Aber er wird auch nach individuellen Bedürfnissen entwickelt, denn nur dann wird das Unternehmen in der Lage sein, das Beste aus seinen Mitarbeitern herauszuholen.”

Mehr Informationen zu ihrem spannenden Kommentar:
www.silicon.de/blog/arbeitswelten